25.10.2022

Vertiefung: Dynamische Tragfähigkeit

Tragfähigkeit ist ein Begriff, der manchmal etwas unklar sein kann. Was bedeutet er, was ist dabei der Unterschied zwischen dynamisch und statisch und warum ist das wichtig?

Wie interpretiert man Tragfähigkeit?

Bei der Auswahl von Rollen orientiert man sich ausschließlich an dem Verwendungsbereich und der Umgebung, in der sie eingesetzt werden sollen. An welchem Produkt oder welcher Vorrichtung werden sie sich befinden und wie wird die Nutzungsweise aussehen? Je nach Verwendungsbereich sind die diversen technischen Eigenschaften einer Rolle unterschiedlich wichtig.

Wenn der Verwendungsbereich feststeht, beginnt man meist damit, Eigenschaften wie Gehäusetyp (Lenkgehäuse, festes Gehäuse…), Feststeller und Ähnliches zu definieren. Welche Art Rolle soll es werden? Beispielsweise ein Modell mit hartem oder weichem Laufbelag. Danach bestimmt man eventuell Befestigungsart und Bauhöhe (auch Gesamthöhe genannt). So ergibt sich allmählich eine recht genaue Vorstellung darüber, in welchem Bereich des Sortiments zu suchen ist. Anschließend stellt sich sehr häufig die Frage zur Tragfähigkeit. Mit welchem Gewicht wird die Vorrichtung belastet werden und was muss die Rolle dann bewältigen können?

Tragfähigkeit ist eigentlich der erste Parameter, der Interpretationsspielraum bietet. Wenn die Bauhöhe einer Rolle 125 mm beträgt, ist das ein eindeutiger Wert. Aber wenn angegeben ist, die Rolle eigne sich für eine dynamische Belastung von 100 kg, was bedeutet das?

Wenn wir in den technischen Daten – beispielsweise in unseren Produktblättern oder auf der Website – einen Wert für die dynamische Tragfähigkeit oder Belastbarkeit angeben, so ist dies gemäß einer EN-Norm getestet worden. Je nach Art der Rolle und ihres Einsatzbereichs (Möbel, Industrie usw.) gibt es unterschiedliche Normen, nach denen zu testen ist.

 

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Aber was sagt uns dann dieser Wert? Wenn dort 100 kg steht, was bedeutet das eigentlich?

Der im Test erhaltene Wert ist eher ein Orientierungswert, anhand dessen sich eine spezielle Rolle direkt mit einer ähnlichen Rolle vergleichen lässt, die nach derselben Norm getestet wurde. Das ist wichtig zu bedenken. Sie als Benutzer oder Ihre Kunden werden die Rolle nicht auf exakt die gleiche Weise verwenden, wie sie getestet wurde. Das macht den Test natürlich nicht wertlos, sondern er bietet einen guten Anhaltspunkt, da er Antwort darauf gibt, wie die betreffende Rolle sowohl Dauerbetrieb als auch kleinere Hindernisse bewältigt. Aber es müssen noch weitere Aspekte berücksichtigt werden, bevor man sich für die notwendige Tragfähigkeit der Rolle entscheidet, einschließlich dessen, welche Voraussetzungen vorliegen werden.

Einige Beispiele für wichtige Faktoren, die bei der Beurteilung der Tragfähigkeit eingehen: Wird die Rolle schneller als 4 km/h bewegt werden, wird sie auf abschüssigen Bahnen rollen oder über hohe Kanten, wird die Rolle hauptsächlich mit leichter Last bewegt werden, aber im Stillstand hoch belastet sein, besteht die Gefahr von Stoßbelastungen oder Schlägen bei hoher Belastung?

Mit anderen Worten ist Ihr Nutzungsprofil der wichtigste Parameter dafür, welche dynamische Tragfähigkeit Sie benötigen. Wenn Sie wissen, dass die Vorrichtung, an der die Rolle verwendet werden wird, unter extremeren Verhältnissen eingesetzt werden soll, empfiehlt es sich immer, einen Experten auf diesem Gebiet zurate zu ziehen. Swede-Wheel bietet als Dienstleistung auch Spezialtests an, bei denen Ihre konkreten Herausforderungen simuliert werden – fragen Sie uns also gern danach.

Wenn Sie hingegen wissen, dass die Rolle beispielsweise für einen Verkaufsständer vorgesehen ist, der die meiste Zeit unbewegt in einem Geschäft steht, dann ist es vermutlich wichtiger, auf die statische Tragfähigkeit zu achten. Als Faustregel kann man davon ausgehen, dass die statische Tragfähigkeit ca. 50 % höher liegt als die dynamische. Eine weitere gute Faustregel ist es, bei einer Vorrichtung mit vier Rollen die Gewichtsbelastung für drei Rollen zu berechnen. Das verschafft Ihnen eine Sicherheitsmarge von 25 %. Da der Boden selten völlig eben ist, kann es geschehen, dass sich das Gewicht ungleichmäßig auf die Rollen verteilt. Daher ist dies eine wertvolle Grundregel.